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Vertikutierer mit Akku im Überblick: Technik, Flächenleistung und Systemunterschiede

Vertikutierer mit Akku im Überblick: Technik, Flächenleistung und Systemunterschiede

Ein Vertikutierer mit Akku verspricht vor allem eines: Bewegungsfreiheit im Garten. Kein Kabel, das hängen bleibt. Kein Benzingeruch. Kein Motorlärm auf Rasenmäher-Niveau. Für viele Grundstücke klingt das nach der naheliegenden Lösung.

Doch genau hier beginnt die eigentliche Frage: Reicht ein Akku-Gerät für meine Fläche – oder stoße ich schnell an Grenzen?

Viele Rasenflächen sind keine Sportplätze mit Idealbedingungen. Es gibt Moos, verdichtete Stellen, unebene Bereiche, vielleicht auch feuchte Böden im Frühjahr. In solchen Situationen entscheidet nicht nur die Volt-Zahl, sondern das gesamte Gerätekonzept: Arbeitsbreite, Walzensystem, Akkugröße, Fangkorbvolumen und die konstruktive Auslegung für bestimmte Flächenklassen.

Ein kleineres Modell kann wendiger und leichter sein – braucht aber mehr Bahnen.
Ein breiteres Gerät arbeitet schneller – fordert dem Akku jedoch mehr ab.
Ein großer Fangkorb reduziert Unterbrechungen – erhöht aber Gewicht und Baugröße.

Wer nur auf die Angabe „36 V“ oder „40 V“ schaut, übersieht, dass Spannung allein keine vollständige Aussage über die reale Flächenleistung liefert. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Motor, Akku, Walze und Bauform.

Dieser Beitrag ordnet Vertikutierer mit Akku technisch ein, ohne Tests, ohne Ranglisten und ohne Kaufempfehlungen. Ziel ist eine klare Einordnung: Für welche Flächengrößen sind diese Geräte konstruktiv gedacht? Wo liegen ihre Stärken? Und wo zeigen sich typische Grenzen?

Wenn du verstehen willst, wie sich die Modelle innerhalb dieser Geräteklasse unterscheiden – und warum nicht jedes Akku-System automatisch für jede Rasenfläche geeignet ist – findest du hier die strukturierte Einordnung.

Dieser Beitrag ist Teil der Übersicht „Garten & Außenbereich – Geräte, Technik und Einsatzbereiche im Überblick“, in der technische Lösungen für Reinigung, Pflege und Nutzung von Außenflächen sachlich eingeordnet und thematisch zusammengeführt werden.


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36 V oder 40 V – bedeutet mehr Volt automatisch mehr Leistung?

Viele gehen davon aus: Mehr Volt = mehr Kraft.
So einfach ist es bei einem Vertikutierer mit Akku jedoch nicht.

Auf Geräten stehen meist 36 V oder 40 V. Diese Zahl beschreibt zunächst nur die Systemspannung. Sie sagt noch nichts darüber aus, wie lange das Gerät unter Last arbeitet oder wie stabil die Leistung bei dichter Grasnarbe bleibt. Entscheidend ist immer das Zusammenspiel aus Spannung (V) und Kapazität (Ah).

Die Spannung beeinflusst das mögliche Drehmoment der Walze – also wie kraftvoll Messer oder Federzinken in den Boden eingreifen können. Die Kapazität bestimmt dagegen, wie lange diese Leistung gehalten wird. Ein kleiner Akku liefert unter Umständen die gleiche Anfangskraft, bricht aber früher ein, wenn dauerhaft hohe Last anliegt.

Hinzu kommt: Viele 36-V-Geräte arbeiten technisch mit 2×18-V-Akkus, während 40-V-Modelle oft ebenfalls auf einem Doppelakku-System basieren. Die nominelle Volt-Zahl allein erlaubt daher keinen direkten Leistungsvergleich. Wichtiger ist, wie effizient Motor, Elektronik und Walze zusammenarbeiten.

Ein weiterer Punkt wird häufig unterschätzt: Die Belastungssituation entscheidet über die reale Laufzeit.
Bei geringer Arbeitstiefe und trockenem Rasen bleibt der Energiebedarf moderat. Wird jedoch tief vertikutiert, stark verfilztes Moos gelöst oder feuchter Boden bearbeitet, steigt die Stromaufnahme deutlich. Das kann die Einsatzdauer spürbar verkürzen – unabhängig von der aufgedruckten Spannung.

Deshalb gilt nüchtern betrachtet:
Volt sind eine Systemangabe – kein Leistungsversprechen.
Für die Einordnung eines Akku-Vertikutierers zählen immer Spannung, Akkugröße, Motorbauart und die konstruktive Auslegung des Geräts als Gesamtsystem.

Im nächsten Abschnitt geht es um einen Faktor, der im Alltag oft noch spürbarer ist als die Volt-Zahl: Arbeitsbreite, Fangkorbgröße und ihre Auswirkung auf die tatsächliche Flächenleistung.

ein Mann mit roten Karohemd rennt mit ausgebreiteten Armen über einen Rasen

Arbeitsbreite, Fangkorb und Flächenleistung – warum Quadratmeterangaben oft trügen

Viele Hersteller nennen eine mögliche Flächenleistung in Quadratmetern. Das wirkt präzise. In der Praxis sind diese Angaben jedoch Rechenwerte unter Idealbedingungen – keine feste Leistungszusage.

Der entscheidende Faktor ist zunächst die Arbeitsbreite.
Ein Gerät mit 32 cm benötigt deutlich mehr Bahnen als ein Modell mit 38 cm. Das klingt banal, beeinflusst aber direkt die Arbeitszeit.

Arbeitsbreite bestimmt das Tempo.

Gleichzeitig bedeutet eine größere Walze, dass mehr Fläche auf einmal bearbeitet wird. Das erhöht die gleichzeitige Belastung für Motor und Akku. Ein breiteres Gerät kann schneller vorankommen – fordert dem Akku jedoch auch mehr ab.

Noch stärker wirkt sich die Arbeitstiefe aus.
Wird nur oberflächlich gelüftet, bleibt der Widerstand moderat. Wird tief vertikutiert, greifen die Messer deutlich stärker in Boden und Wurzelbereich ein. Der Energiebedarf steigt spürbar.

Arbeitstiefe bestimmt den Energieverbrauch.

Viele unterschätzen zudem den Einfluss des Fangkorbs. Ein kleiner Korb bedeutet häufigeres Entleeren und mehr Unterbrechungen. Ein größerer Korb reduziert Pausen, erhöht aber Gewicht und Baugröße. Gerade bei Akku-Geräten wirkt sich zusätzliches Gewicht unmittelbar auf die Handhabung und Führung aus.

Fangkorbgröße bestimmt die Unterbrechungen.

Wenn ein Akku schneller leer ist als erwartet, liegt das häufig nicht an der Volt-Zahl, sondern an der Kombination aus großer Arbeitsbreite, tiefer Einstellung und hoher Materialmenge im Fangkorb. Feuchter Boden, dichter Rasenfilz oder starkes Moos verstärken diesen Effekt zusätzlich.

Deshalb gilt für die Einordnung:
Flächenangaben sind Orientierungswerte – keine Garantie für jede Rasensituation.

Wer die reale Leistungsfähigkeit eines Vertikutierers mit Akku verstehen will, sollte nicht nur auf Quadratmeter schauen, sondern auf das Zusammenspiel aus Breite, Tiefe und Baugröße.


Walzensystem, Motorbauart und Tiefenverstellung – konstruktive Unterschiede bei Akku-Geräten

Zwei Vertikutierer mit ähnlicher Spannung und vergleichbarer Arbeitsbreite können sich im Einsatz spürbar unterschiedlich verhalten. Der Grund liegt nicht in der Volt-Zahl, sondern in der konstruktiven Auslegung des Geräts.

Ein zentraler Unterschied ist das Walzensystem. Eine Messerwalze mit festen Stahlklingen schneidet aktiv in die Grasnarbe ein. Sie entfernt Rasenfilz und Moos intensiver, erhöht jedoch gleichzeitig den mechanischen Widerstand. Je tiefer eingestellt wird, desto stärker steigt die Belastung für Motor und Akku. Eine Lüfterwalze mit Federzinken arbeitet dagegen oberflächlicher. Sie lockert den Boden und kämmt Moos heraus, ohne so tief einzudringen. Der Energiebedarf bleibt dabei meist moderater, der Eingriff in die Grasnarbe fällt weniger aggressiv aus.

Entscheidend ist daher:
Walzensystem bestimmt die Eingriffsintensität – und damit direkt den Energiebedarf.

Auch die Motorbauart beeinflusst das Verhalten unter Last. Viele aktuelle Geräte setzen auf einen bürstenlosen Motor, der effizienter arbeitet und Reibungsverluste reduziert. Für Akku-Vertikutierer bedeutet das eine gleichmäßigere Leistungsabgabe bei steigender Belastung. Gleichzeitig gilt: Ein effizienter Motor ersetzt keinen zu kleinen Akku. Er verbessert die Nutzung der vorhandenen Energie, erhöht aber nicht automatisch die Gesamtlaufzeit.

Ein weiterer Faktor ist die Tiefenverstellung. Mehrere Einstellstufen erlauben eine Anpassung an Bodenbeschaffenheit, Filzstärke und Jahreszeit. Eine moderate Einstellung reicht häufig aus, um die Grasnarbe zu belüften. Wird zu tief gearbeitet, steigt der Widerstand deutlich. Das führt zu höherem Strombedarf, verkürzter Laufzeit und stärkerer mechanischer Beanspruchung des Rasens.

Gerade bei Akku-Geräten zeigt sich hier ein entscheidender Zusammenhang:
Je größer die Arbeitsbreite, je tiefer die Einstellung und je dichter der Rasen, desto höher die Dauerlast für das System.

Spannung allein erklärt dieses Verhalten nicht. Erst das Zusammenspiel aus Walze, Motor, Tiefeneinstellung und Akkukapazität bestimmt, wie stabil ein Gerät unter realen Bedingungen arbeitet.

in Streifen gemähte Rasenfläche

Akku-Vertikutierer im Vergleich nach Flächenklasse (klein → groß)

Ein Vertikutierer mit Akku wirkt im ersten Moment wie die unkomplizierte Lösung für die Rasenpflege: kein Kabel, kein Benzin, flexible Bewegungsfreiheit. Gerade bei kleinen bis mittleren Grundstücken erscheint diese Geräteklasse technisch sinnvoll – vorausgesetzt, das System passt zur Fläche.

Doch nicht jedes Akku-Gerät ist automatisch für jede Rasensituation geeignet. Unterschiede zeigen sich bei Arbeitsbreite, Walzenkonstruktion, Akkukapazität und der konstruktiven Auslegung für bestimmte Flächenklassen. Wer nur auf die Volt-Zahl schaut, übersieht schnell die eigentlichen Einflussfaktoren.

Dieser Beitrag ordnet Vertikutierer mit Akku sachlich ein. Es geht nicht um Ranglisten oder Empfehlungen, sondern um eine technische Einordnung: Welche Geräteklasse ist für welche Flächengröße konstruktiv gedacht – und wo liegen typische Grenzen?


Makita DUV320Z – kompakte Bauform für begrenzte Rasenflächen

der Makita Vertikutierer mit Akku im typischen Grün

Der Makita DUV320Z gehört konstruktiv zur kompakten Klasse der Akku-Vertikutierer. Die Bauform ist schmal gehalten, das Gerät bleibt mit unter 10 kg (ohne Akku) vergleichsweise leicht. Das erleichtert Richtungswechsel, das Arbeiten entlang von Rasenkanten und den Einsatz auf verwinkelten Grundstücken.

Technisch arbeitet das Modell im 36-V-System (2×18 V LXT). Die Arbeitsbreite von 32 cm gehört zu den geringsten in dieser Vergleichsgruppe. Das erhöht die Präzision in engen Bereichen, führt bei größeren Flächen jedoch zu mehr notwendigen Bahnen.

Der 30-Liter-Fangkorb ist auf kleinere Grundstücke abgestimmt. Bei stärkerem Moos- oder Filzanteil kann häufigeres Entleeren erforderlich sein. Das beeinflusst weniger die Leistung als vielmehr den Arbeitsrhythmus.

Die vierstufige Tiefenverstellung ermöglicht eine Anpassung an unterschiedliche Rasenzustände. Wird tief vertikutiert, steigt der Energiebedarf entsprechend – insbesondere bei dichter Grasnarbe oder feuchtem Boden.

Konstruktiv ist dieses Modell damit auf kompakte bis kleinere Rasenflächen ausgelegt, bei denen Wendigkeit und kontrollierte Führung im Vordergrund stehen und nicht die maximale Flächenabdeckung pro Durchgang.


Stihl RLA 240 – großer Fangkorb und stabile Bauweise für mittlere Flächen

der orangene STIHL RLA 240

Beim Stihl RLA 240 fällt zunächst der 50-Liter-Fangkorb ins Auge. Innerhalb dieser Vergleichsgruppe gehört er zu den größten Sammelvolumina. Ein größerer Korb reduziert die Anzahl der Unterbrechungen beim Arbeiten, insbesondere bei stärkerem Moos- oder Filzaufkommen. Gleichzeitig erhöht das Volumen die Baugröße und das Gesamtgewicht, was sich bei häufigen Richtungswechseln bemerkbar machen kann.

Das Gerät arbeitet im 36-V-AK-System und nutzt eine Arbeitsbreite von 34 cm. Damit liegt es oberhalb der kompakten 32-cm-Klasse, ohne in die breitere Mittelklasse vorzustoßen. Die zusätzliche Breite reduziert die Anzahl der Bahnen gegenüber schmaleren Modellen spürbar, bleibt jedoch gut kontrollierbar.

Ausgestattet ist das Modell mit Vertikutier- und Lüfterwalze, wodurch sowohl intensiver Raseneingriff als auch oberflächliches Lüften möglich sind. Je nach gewählter Walze verändert sich die mechanische Belastung deutlich. Eine tief eingestellte Messerwalze erhöht den Widerstand unter Last und damit den Energiebedarf, während die Lüfterwalze moderater arbeitet.

Mit einem Gewicht von rund 14 kg (ohne Akku) liegt das Gerät oberhalb der leichten Kompaktklasse. Das sorgt auf geraden Flächen für eine ruhige Führung, kann jedoch bei engen Bereichen oder häufigem Umsetzen spürbarer sein.

Konstruktiv richtet sich dieses Modell an kleine bis mittlere Rasenflächen, bei denen ein größerer Fangkorb und eine stabile Bauweise wichtiger sind als maximale Arbeitsbreite.


Einhell GE-SA 36/35 Li-Solo – 35 cm Arbeitsbreite im Power-X-Change-System

der rote Einhell GE-SA 36/35 Li-Solo Vertikutierer mit seinen Power-X-Change-System

Der Einhell GE-SA 36/35 Li-Solo ist als Bestandteil des Power-X-Change-Systems konstruiert und arbeitet mit 2×18 V Akkus (36 V). Damit richtet sich das Gerät vor allem an Nutzer, die bereits innerhalb dieser Akkuplattform arbeiten. Die reale Leistungsfähigkeit hängt dabei maßgeblich von der eingesetzten Akkukapazität (Ah) und der Belastungssituation ab.

Mit einer Arbeitsbreite von 35 cm positioniert sich das Modell zwischen kompakter und mittlerer Flächenklasse. Gegenüber 32-cm-Geräten reduziert sich die Anzahl der Bahnen sichtbar, während die Bauform noch ausreichend schmal bleibt, um auf verwinkelten Grundstücken kontrolliert geführt zu werden. Die Breite bietet somit einen Kompromiss aus Flächenabdeckung und Wendigkeit.

Der Fangkorb mit 28 Litern Volumen fällt im Vergleich eher moderat aus. Das reduziert das Gesamtgewicht, führt bei stärkerem Moos- oder Filzaufkommen jedoch zu häufigeren Entleerungsintervallen. Gerade bei intensiver Vertikutierung beeinflusst dies den Arbeitsrhythmus stärker als die reine Motorleistung.

Zum Lieferumfang gehören sowohl Messer- als auch Lüfterwalze, wodurch sich das Gerät für unterschiedliche Pflegezustände einsetzen lässt. Mit zunehmender Arbeitstiefe steigt der mechanische Widerstand deutlich, was sich unmittelbar auf die Akkulaufzeit unter Last auswirkt.

Konstruktiv ist der GE-SA 36/35 Li-Solo auf kleine bis mittlere Rasenflächen ausgelegt, bei denen Systemkompatibilität, ausgewogene Breite und kontrollierbare Baugröße im Vordergrund stehen, ohne in die breitere 38-cm-Klasse vorzustoßen.


IKRA IB-SR 36 – 3-in-1-System mit 36 cm Arbeitsbreite und 45-Liter-Fangkorb

der IKRA IB-SR 36 in Grau und Rot

Der IKRA IB-SR 36 ist als 3-in-1-Gerät konzipiert und kombiniert Vertikutieren, Lüften und Sammeln in einem System. Technisch arbeitet er mit 36-V-Akkus aus dem Bosch-kompatiblen Bereich, wodurch vorhandene Akkus weitergenutzt werden können. Die tatsächliche Leistungsfähigkeit hängt dabei nicht nur von der Spannung, sondern maßgeblich von der eingesetzten Akkukapazität und Dauerlast ab.

Mit einer Arbeitsbreite von 36 cm gehört das Modell klar zur mittleren Flächenklasse dieser Vergleichsgruppe. Gegenüber schmaleren 32- oder 34-cm-Geräten reduziert sich die Anzahl der notwendigen Bahnen deutlich, was sich auf gleichmäßigen Flächen in einer höheren Flächenleistung pro Durchgang bemerkbar macht. Gleichzeitig bleibt die Bauform noch kontrollierbar, ohne in die breite 38-cm-Kategorie vorzustoßen.

Der 45-Liter-Fangkorb zählt zu den größeren Volumina im Vergleichsfeld. Ein größeres Sammelvolumen verringert Unterbrechungen beim Arbeiten, insbesondere bei starkem Moos- oder Filzaufkommen. Das wirkt sich weniger auf die Motorleistung als auf den Arbeitsrhythmus und die Effizienz pro Akkuladung aus.

Zum Lieferumfang gehören eine Messerwalze mit 20 Stahlklingen sowie eine Lüfterwalze mit 44 Federzinken. Je nach gewählter Walze verändert sich der mechanische Eingriff deutlich. Mit zunehmender Arbeitstiefe steigt der Widerstand spürbar, was sich direkt auf die Laufzeit unter Belastung auswirkt.

Konstruktiv richtet sich dieses Modell an mittlere Rasenflächen, bei denen Breite, Fangkorbvolumen und Walzenflexibilität in einem ausgewogenen Verhältnis stehen.


WORX Nitro WG855E.9 – 40-V-System mit 36 cm Arbeitsbreite

der WORX Nitro WG855E.9 Akku-Vertikutierer in Schwarz

Der WORX Nitro WG855E.9 ist auf das 40-V-PowerShare-System (2×20 V) ausgelegt und positioniert sich konstruktiv in der mittleren Flächenklasse. Die Systemspannung bildet dabei lediglich den Rahmen. Für die reale Leistungsfähigkeit sind vor allem Arbeitsbreite, Motorcharakteristik und Akkukapazität entscheidend, insbesondere bei dauerhaft höherer Belastung.

Mit einer Arbeitsbreite von 36 cm gehört das Modell klar zur mittleren Kategorie innerhalb dieses Vergleichs. Gegenüber schmaleren 32- oder 34-cm-Geräten reduziert sich die Anzahl der Bahnen deutlich. Auf gleichmäßigen Flächen führt das zu einer spürbar effizienteren Flächenabdeckung pro Durchgang, ohne die Bauform massiv zu verbreitern.

Der Fangkorb mit rund 40 Litern Volumen liegt zwischen kompakten 28-Liter-Lösungen und größeren 45- bis 50-Liter-Varianten. Dieses Volumen reduziert Unterbrechungen bei stärkerem Moos- oder Filzaufkommen, erhöht jedoch zugleich die Baugröße des Geräts. Die Balance zwischen Korbgröße und Gesamtgewicht beeinflusst vor allem den Arbeitsrhythmus bei längeren Einsätzen.

Ausgestattet mit einem bürstenlosen Motor, zielt das Modell auf eine möglichst gleichmäßige Leistungsabgabe unter Last. Bei tiefer Einstellung oder dichter Grasnarbe steigt der Widerstand spürbar an, was sich unmittelbar auf die Akkulaufzeit unter Belastung auswirkt.

Konstruktiv richtet sich dieses Gerät an mittlere Rasenflächen, bei denen 36-cm-Breite, 40-V-System und ausgewogenes Fangkorbvolumen in einem stabilen Verhältnis stehen.


FUXTEC FX-E2VE38SET – 38 cm Arbeitsbreite für höhere Flächenleistung

der FUXTEC FX-E2VE38SET in Orange und Schwarz

Der FUXTEC FX-E2VE38SET arbeitet mit einer Arbeitsbreite von 38 cm und stellt damit die breiteste Walze in dieser Vergleichsgruppe. Die größere Schnittbreite reduziert die Anzahl der Bahnen deutlich und erhöht die bearbeitete Fläche pro Durchgang. Gerade auf offenen, gleichmäßigen Rasenflächen wirkt sich das unmittelbar auf die Gesamtarbeitsdauer aus.

Das Gerät nutzt ein 40-V-System (2×20 V Akkus) und wird als Komplettset inklusive Akku und Ladegerät angeboten. Die Spannung allein bestimmt jedoch nicht die reale Arbeitsleistung. Entscheidend bleibt das Zusammenspiel aus Walzenbreite, Akkukapazität und gewählter Arbeitstiefe, insbesondere bei dauerhaft höherer Belastung.

Der 45-Liter-Fangkorb unterstützt längere Arbeitsintervalle ohne Unterbrechung. Bei starkem Moos- oder Filzaufkommen kann das größere Volumen den Arbeitsfluss stabilisieren. Gleichzeitig erhöht die Kombination aus breiter Walze und großem Fangkorb die Baugröße des Geräts.

Über die mehrstufige Tiefenverstellung lässt sich der Eingriff in die Grasnarbe anpassen. Mit zunehmender Tiefe steigt der mechanische Widerstand spürbar an, was sich direkt auf die Akkulaufzeit unter Last auswirkt.

Im Vergleich zu schmaleren Modellen verschiebt dieses Gerät den Schwerpunkt deutlich in Richtung höherer Flächenabdeckung pro Durchgang, während Wendigkeit und kompakte Bauform weniger im Vordergrund stehen.


Wo ein Vertikutierer mit Akku an technische Grenzen stößt

Ein Vertikutierer mit Akku arbeitet zuverlässig – solange der Rasen regelmäßig gepflegt wird. Probleme entstehen meist dann, wenn ein stark vernachlässigter Rasen bearbeitet wird. Dichtes Moos, mehrere Jahre alter Filz oder verdichteter Boden erhöhen den Widerstand deutlich. Die Messer greifen tiefer, der Motor arbeitet unter höherer Last – und die Akkulaufzeit sinkt spürbar.

Wenn der Akku schneller leer ist als erwartet, liegt das häufig nicht am Gerät selbst. Entscheidend ist die Kombination aus großer Arbeitsbreite, tiefer Einstellung und feuchtem oder schwerem Boden. Je stärker die Walze eingreift, desto höher ist die Dauerlast für Motor und Energiespeicher. Das ist keine Schwäche einzelner Modelle, sondern eine physikalische Grenze der verfügbaren Energie.

Auch große zusammenhängende Flächen können zur Herausforderung werden. Selbst leistungsfähige 36- oder 40-Volt-Systeme sind an die Kapazität des eingesetzten Akkus gebunden. Wer 500 oder 600 Quadratmeter am Stück intensiv vertikutieren möchte, sollte mit Ladepausen oder einem zweiten Akku rechnen.

Ein weiterer Punkt ist der Fangkorb bei starkem Materialanfall. Viel gelöstes Moos bedeutet häufigeres Entleeren. Ein voller Korb erhöht zudem das Gewicht und verändert die Führung – besonders auf unebenem Untergrund.

Ein Akku-Vertikutierer eignet sich daher besonders für regelmäßige Pflegeintervalle und moderat beanspruchte Flächen. Bei sehr großen Grundstücken oder lange unbehandeltem Rasen kann ein kabelgebundenes oder benzinbetriebenes Gerät konstruktiv belastbarer sein.


Fazit zu Vertikutierer mit Akku

Ein Vertikutierer mit Akku ist keine abgespeckte Lösung, sondern eine eigenständige Geräteklasse mit klar definiertem Einsatzbereich. Seine Stärke liegt in der Bewegungsfreiheit, der reduzierten Geräuschentwicklung und der unkomplizierten Integration in bestehende Akkusysteme.

Entscheidend für die Einordnung ist weniger die Volt-Zahl als das Zusammenspiel aus Arbeitsbreite, Akkukapazität, Walzensystem und Arbeitstiefe. Diese Faktoren bestimmen, wie effizient eine Fläche bearbeitet werden kann und wie stabil das Gerät unter Last arbeitet.

Für kleine bis mittlere Rasenflächen, die regelmäßig gepflegt werden, bieten Akku-Vertikutierer eine ausgewogene Lösung. Die Technik erlaubt eine kontrollierte Bearbeitung ohne Kabelmanagement oder Kraftstoffhandling. Bei sehr großen Flächen oder stark vernachlässigtem Bestand kann der Energiebedarf jedoch höher sein als die gespeicherte Akkukapazität dauerhaft leisten kann.

Wer die Geräteklasse realistisch einordnet und die technischen Parameter berücksichtigt, erhält ein System, das auf strukturierte Pflegeintervalle ausgelegt ist – nicht auf maximale Dauerbelastung.

Autor Jens K.

Autor: Jens K.

Gründer von BusinessVorsprung.de. Jens K. schreibt hier über Technik, Alltagshilfen und Geräte aus verschiedenen Anwendungsbereichen.
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Zuletzt aktualisiert: 20.02.2026


FAQ – Häufige Fragen zu Vertikutierern mit Akku

1. Reichen 36 Volt für einen Vertikutierer mit Akku aus?

Die Spannung allein ist kein Leistungsmaßstab. Ein 36-Volt-System kann für kleine bis mittlere Flächen völlig ausreichend sein, sofern die Akkukapazität (Ah) zur Belastung passt. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Walzenbreite, Arbeitstiefe und Rasenbeschaffenheit. Bei dichter Grasnarbe oder tiefer Einstellung steigt der Energiebedarf deutlich – unabhängig davon, ob 36 oder 40 Volt angegeben sind.

2. Wie lange hält ein 4,0-Ah-Akku beim Vertikutieren?

Die Laufzeit hängt stark von den Bedingungen ab. Bei oberflächlichem Lüften auf trockenem Boden sind deutlich längere Arbeitszeiten möglich als bei tiefer Messerstellung und starkem Filz. Faktoren wie Arbeitstiefe, Bodenfeuchte und Walzentyp beeinflussen die tatsächliche Laufzeit stärker als die reine Spannungsangabe.

3. Ist ein 40-Volt-Gerät automatisch leistungsstärker als 36 Volt?

Nicht zwingend. Viele 40-Volt-Systeme basieren technisch ebenfalls auf Doppelakkusystemen. Die reale Leistungsfähigkeit ergibt sich aus Motorbauart, Elektroniksteuerung und Akkukapazität. Eine höhere Voltzahl bedeutet nicht automatisch mehr Flächenleistung pro Akkuladung.

4. Kann man einen Akku-Vertikutierer ohne Fangkorb nutzen?

Ja, viele Modelle lassen sich ohne Fangkorb betreiben. Das kann bei sehr trockenen Bedingungen sinnvoll sein, erfordert jedoch das spätere Zusammenrechen oder Abharken des gelösten Materials. Ein Fangkorb reduziert Nacharbeit, erhöht jedoch das Gesamtgewicht während des Betriebs.

5. Wann lohnt sich ein zweiter Akku?

Ein zusätzlicher Akku ist vor allem bei größeren Flächen oder intensiver Vertikutierung sinnvoll. Wird mit hoher Arbeitstiefe gearbeitet oder ist der Rasen stark verfilzt, kann ein einzelner Akku schneller entladen sein als erwartet. Ein Wechselakku verkürzt Ladepausen und stabilisiert den Arbeitsablauf.

6. Wie oft sollte man mit einem Akku-Vertikutierer arbeiten?

In der Regel genügt ein Einsatz im Frühjahr, bei Bedarf ergänzt durch eine weitere Belüftung im Herbst. Häufigeres Vertikutieren ist meist nicht notwendig und kann die Grasnarbe unnötig belasten. Wichtig ist eine moderate Tiefeneinstellung und ein angepasstes Pflegeintervall.