Haus & GartenKüche & Kochen

Mikrowellen mit Grill – Technik, Zusatzfunktionen und Einsatzgrenzen

Mikrowellen mit Grill stehen genau zwischen zwei Gerätekategorien: der klassischen Solo-Mikrowelle und technisch deutlich aufwendigeren Heißluftsystemen. Genau diese Zwischenposition sorgt im Alltag häufig für unklare Erwartungen. Viele Nutzer versprechen sich von der Grillfunktion Backofen-ähnliche Ergebnisse – andere nutzen sie gar nicht, obwohl sie vorhanden ist. Beides ist ein Zeichen dafür, dass Funktionsweise und Grenzen oft nicht sauber verstanden werden.

Technisch kombinieren Grill-Mikrowellen zwei völlig unterschiedliche Heizprinzipien. Die Mikrowelle erwärmt Speisen von innen heraus, während der Grill über direkte Oberhitze arbeitet und Oberflächen bräunt. Diese Kombination kann sinnvoll sein, etwa beim Überbacken, beim Finishen von Speisen oder beim Aufknuspern einfacher Gerichte. Sie ersetzt jedoch weder einen Backofen noch einen echten Grill.

Gerade im Vergleich zu reinen Solo-Geräten steigt mit der Grillfunktion die Komplexität. Hitzeverteilung, Garraumgröße, Innenraummaterial und geeignetes Kochgeschirr spielen eine deutlich größere Rolle. Nicht jedes mikrowellengeeignete Gefäß ist automatisch auch für Grillbetrieb geeignet – ein Punkt, der im Alltag regelmäßig zu Problemen führt.

Dieser Beitrag ordnet Mikrowellen mit Grill sachlich ein. Er erklärt, wie die Technik funktioniert, wo der praktische Mehrwert liegt und wo klare Einsatzgrenzen bestehen. Ziel ist keine Kaufempfehlung, sondern ein realistisches Verständnis dieser Gerätekategorie, damit Erwartungen, Nutzung und Technik zueinander passen.

Dieser Beitrag ist Teil der Übersicht „Küchengeräte im Alltag – Technik, Bauarten und Einsatzbereiche“, in der Küchengeräte und Kochsysteme thematisch eingeordnet und zusammengeführt werden.


ℹ️
Transparenzhinweis

Die Auswahl der Produkte erfolgt sorgfältig auf Grundlage öffentlich verfügbarer Herstellerangaben, technischer Daten und klar beschriebener Funktionseigenschaften. Einige Links können Partnerlinks sein und unterstützen diese Seite, ohne dass für Nutzer zusätzliche Kosten entstehen.

Mehr erfahren ›

Grundprinzip: Mikrowelle plus Oberhitze

Grill-Mikrowellen kombinieren zwei getrennte Heizsysteme, die technisch nicht miteinander verschmelzen, sondern parallel arbeiten. Genau dieses Zusammenspiel entscheidet darüber, was diese Geräte leisten können – und was nicht.

Die Mikrowellenfunktion arbeitet wie bei Solo-Geräten: Über das Magnetron werden elektromagnetische Wellen erzeugt, die vor allem Wassermoleküle im Lebensmittel in Bewegung versetzen. Die Erwärmung erfolgt von innen heraus, schnell und energieeffizient, aber ohne Einfluss auf die Oberfläche der Speisen.

Der Grill ist ein klassischer Heizstab, der im oberen Bereich des Garraums sitzt. Er erzeugt direkte Oberhitze, vergleichbar mit einem kleinen Elektrogrill. Diese Hitze wirkt punktuell von oben, trocknet Oberflächen an und ermöglicht Bräunung und leichte Röstaromen. Die Grillfunktion allein ist dabei nicht flächig wie bei einem Backofen, sondern konzentriert.

Im Kombibetrieb laufen beide Systeme zeitlich versetzt oder gleichzeitig. Die Mikrowelle übernimmt das schnelle Durchwärmen, der Grill sorgt für das Finish der Oberfläche. Das funktioniert besonders gut bei überbackenen Speisen, bei Gerichten mit Käseauflage oder beim Nachbräunen bereits gegarter Lebensmittel.

Wichtig ist dabei die Einordnung:
Der Grill ersetzt keine Umluft.
Es gibt keine zirkulierende Heißluft, keine gleichmäßige Raumtemperatur und keine trockene Rundumhitze. Die Wirkung bleibt oberflächenbezogen und ist stark von Position, Abstand zum Grillelement und Garraumgröße abhängig.

Kurz gesagt:
Grill-Mikrowellen erweitern die Mikrowelle nach oben – nicht nach hinten oder rundum.
Wer das Prinzip versteht, nutzt die Geräte gezielt und vermeidet Erwartungen, die technisch nicht erfüllbar sind.

eine weiße Küche im Landhausstil mit Herd und Mikrowelle

Grillleistung, Platzierung und Bräunung

Bei Grill-Mikrowellen wird die Grillleistung meist in Watt angegeben – häufig 900 bis 1.050 Watt. Diese Zahl wirkt auf den ersten Blick eindeutig, sagt allein aber wenig über das tatsächliche Bräunungsergebnis aus. Entscheidend ist nicht nur die Leistung, sondern wie und wo sie im Garraum wirkt.

Das Grillelement sitzt grundsätzlich im oberen Bereich der Mikrowelle. Dadurch entsteht eine gerichtete Oberhitze, die nur dann effektiv arbeitet, wenn das Gargut nah genug am Heizstab positioniert ist. Viele Geräte liefern deshalb einen Grillrost, um Speisen anzuheben. Ohne diesen Abstand bleibt die Bräunung oft schwach oder ungleichmäßig – unabhängig von der Wattzahl.

Ein weiterer Faktor ist die Größe des Grillelements. Kleine Heizstäbe erzeugen punktuelle Hitze, was zu ungleichmäßigen Bräunungszonen führen kann. Größere oder breiter ausgelegte Elemente verteilen die Hitze etwas gleichmäßiger, ersetzen aber keine flächige Oberhitze, wie sie ein Backofen liefert.

Auch der Garraum selbst beeinflusst das Ergebnis. In kleineren Garäumen wirkt die Grillhitze intensiver, weil der Abstand geringer ist. In größeren Garäumen verteilt sich die Hitze stärker, was zwar gleichmäßiger, aber oft weniger intensiv ausfällt. Hier zeigt sich, dass mehr Volumen nicht automatisch bessere Grillergebnisse bedeutet.

Ein häufiger Irrtum ist die Erwartung, dass hohe Grillleistung allein für gute Ergebnisse sorgt. In der Praxis zählen:

  • Abstand zum Grillelement
  • Positionierung im Garraum
  • Art und Dicke der Speise
  • Kombination mit der Mikrowellenfunktion

Grill-Mikrowellen können Oberflächen anrösten, sie sind aber kein Ersatz für einen echten Grill. Wer ihre Stärken kennt und die physikalischen Rahmenbedingungen berücksichtigt, erreicht reproduzierbare Ergebnisse – ohne falsche Erwartungen.


Kombibetrieb: Mikrowelle und Grill gleichzeitig

Der Kombibetrieb ist der Punkt, an dem Grill-Mikrowellen im Alltag am meisten Sinn ergeben – wenn man ihn richtig einordnet. Hier arbeiten Mikrowelle und Grill gemeinsam, um Speisen schnell zu erwärmen und ihnen gleichzeitig eine gebräunte Oberfläche zu geben.

Die Mikrowelle übernimmt dabei das Durchwärmen von innen. Das sorgt dafür, dass Speisen deutlich schneller heiß sind als im Backofen. Der Grill wird parallel oder zeitversetzt zugeschaltet und kümmert sich um das Finish von oben. Besonders gut funktioniert das bei Aufläufen, Lasagne, Toastgerichten, überbackenem Gemüse oder bereits gegarten Speisen, die noch einmal optisch und geschmacklich aufgewertet werden sollen.

Wichtig ist jedoch, die Erwartungen realistisch zu halten. Der Kombibetrieb sorgt für Bräune, aber keine echte Knusprigkeit wie aus dem Backofen. Die Hitze wirkt hauptsächlich von oben, nicht rundum. Das Ergebnis hängt stark davon ab, wie feucht die Oberfläche ist und wie nah das Gargut am Grillelement liegt.

Viele Geräte bieten feste Kombiprogramme. Diese sind praktisch für Standardgerichte, arbeiten aber mit Durchschnittswerten. Bei größeren Portionen oder ungewöhnlichen Formen lohnt es sich, manuell nachzusteuern, etwa die Grillzeit zu verlängern oder das Gericht höher zu platzieren.

Im Alltag zeigt sich:
Der Kombibetrieb ist kein Ersatz für Backen oder Grillen, aber eine sinnvolle Abkürzung, wenn es darum geht, Speisen schnell genießbar zu machen und ihnen zum Schluss eine ansprechende Oberfläche zu geben.

eine Mikrowelle steht in der Ecke einer grünen Küche

Garraum, Innenmaterial, Reinigung und geeignetes Kochgeschirr

Mit der Grillfunktion ändern sich bei Mikrowellen die Anforderungen an Garraum und Zubehör spürbar. Während bei reinen Solo-Geräten fast jedes mikrowellengeeignete Gefäß problemlos funktioniert, wird es bei Grill-Mikrowellen deutlich anspruchsvoller.

Der Garraum spielt dabei eine größere Rolle als oft angenommen. Ein etwas größerer Garraum bietet mehr Abstand zum Grillelement und erleichtert die Positionierung von Speisen auf dem Grillrost. Gleichzeitig verteilt sich die Hitze weniger konzentriert. In kleineren Garäumen ist die Grillwirkung intensiver, verlangt aber mehr Aufmerksamkeit, um einseitige Bräune oder Austrocknung zu vermeiden.

Beim Innenmaterial zeigt sich der Unterschied besonders deutlich. Emaille- und Keramik-Emaille-Oberflächen sind bei Grill-Mikrowellen klar im Vorteil. Sie sind hitzebeständiger, nehmen weniger Fett an und lassen sich nach dem Grillbetrieb leichter reinigen. Einfache Lackierungen erfüllen ihren Zweck, reagieren aber empfindlicher auf Fettspritzer und eingebrannte Rückstände, die beim Grillen unvermeidlich sind.

Ein zentraler Punkt ist das Kochgeschirr.
Mikrowellengeeignet bedeutet nicht automatisch grillgeeignet.

  • Kunststoffbehälter, die in der Solo-Mikrowelle unproblematisch sind, können beim Grillbetrieb verformen oder Schaden nehmen.
  • Metall ist bei reiner Mikrowellennutzung tabu, beim Grillbetrieb jedoch teilweise erlaubt, sofern die Mikrowelle dafür ausgelegt ist und der Hersteller es vorsieht.
  • Hitzefeste Glas- und Keramikformen sind meist die sicherste Wahl, insbesondere im Kombibetrieb.

Viele Fehlbedienungen entstehen genau hier: Grillfunktion wird aktiviert, obwohl das eingesetzte Geschirr nur für Mikrowellenbetrieb gedacht ist. Das führt nicht nur zu schlechten Ergebnissen, sondern kann Material beschädigen oder Gerüche verursachen.

Auch die Reinigung ist anspruchsvoller als bei Solo-Geräten. Fett und Käse spritzen nach oben, setzen sich am Garraumdach ab und sollten zeitnah entfernt werden. Die einfache Bauweise von Grill-Mikrowellen hilft zwar, ersetzt aber regelmäßige Pflege nicht.

Kurz gesagt:
Mit Grillfunktion steigen die Anforderungen an Material, Geschirr und Aufmerksamkeit. Wer das berücksichtigt, vermeidet Ärger – und nutzt die Geräte deutlich sinnvoller.

viele Mikrowellen mit Grill stehen in einem Regal an der Wand

Abgrenzung: Grill-Mikrowelle vs. Solo- und Heißluft-Mikrowelle

Grill-Mikrowellen nehmen im Küchengeräte-Spektrum eine Zwischenrolle ein. Sie sind mehr als eine Solo-Mikrowelle, aber weniger als ein vollwertiges Heißluftsystem. Genau diese Position macht sie sinnvoll – oder überflüssig, je nach Nutzung.

Im Vergleich zur Solo-Mikrowelle bieten Grillgeräte den klaren Vorteil der Oberhitze. Speisen lassen sich überbacken, Oberflächen leicht anrösten und optisch aufwerten. Für das reine Erwärmen oder Auftauen bringt die Grillfunktion hingegen keinen zusätzlichen Nutzen. Wer diese Aufgaben im Vordergrund hat, zahlt mit der Grillvariante vor allem mehr Technik und mehr Reinigungsaufwand.

Gegenüber Heißluft-Mikrowellen zeigen sich die Grenzen deutlich. Grill-Mikrowellen erzeugen keine gleichmäßige Rundumhitze. Es fehlt die zirkulierende Heißluft, die für Back-ähnliche Ergebnisse notwendig ist. Bräune entsteht punktuell von oben, nicht flächig. Für Pizza, Brot oder feines Gebäck bleiben Heißluftsysteme oder Backöfen die deutlich bessere Wahl.

Entscheidend ist daher die Nutzung:

  • Solo-Mikrowelle: schnell, einfach, minimalistisch
  • Grill-Mikrowelle: Erwärmen plus gelegentliche Oberflächenbräune
  • Heißluft-Mikrowelle: vielseitiger, aber komplexer und energieintensiver

Grill-Mikrowellen lohnen sich vor allem dort, wo gelegentlich überbackt oder nachgebräunt werden soll, ohne ein zusätzliches Gerät zu nutzen. Sie sind kein Kompromiss aus Mangel, sondern eine bewusste Mittelstufe – sinnvoll für bestimmte Alltagsroutinen, nicht für alles.


Produktübersicht: 6 Mikrowellen mit Grill im technischen Vergleich

Grill-Mikrowellen unterscheiden sich im Alltag deutlich stärker, als es die bloße Angabe von Wattzahlen vermuten lässt. Neben der reinen Mikrowellenleistung spielen vor allem Grillleistung, Garraumgröße, Position des Grillelements, Innenraummaterial und die Art der Steuerung eine entscheidende Rolle. Diese Faktoren bestimmen, wie gleichmäßig Speisen erhitzt werden, wie gut Bräunung funktioniert und wie viel Aufmerksamkeit der Nutzer investieren muss.

Ein weiterer Punkt ist die Balance zwischen Geschwindigkeit und Kontrolle. Einige Geräte sind klar auf schnelles Erwärmen mit gelegentlichem Überbacken ausgelegt, andere erlauben durch stärkere Grillelemente und größere Garäume flexiblere Kombinationen, bleiben aber trotzdem innerhalb der technischen Grenzen dieser Gerätekategorie. Unterschiede zeigen sich auch bei der Reinigung, denn Grillbetrieb belastet Innenräume stärker als reiner Mikrowelleneinsatz.

Die folgende Übersicht ordnet sechs Grill-Mikrowellen technisch ein, nicht nach Preis oder Marke, sondern nach Aufbau, Leistungsniveau und praktischer Nutzung. Die Reihenfolge folgt einer logischen Progression: vom einfacheren Einstieg in die Grillfunktion bis zum technisch umfangreichsten Kombigerät innerhalb dieser Kategorie.


die MEDION Mikrowellen mit Grill in Schwarz

MEDION Mikrowelle mit Grill

Die MEDION Mikrowelle mit Grill kombiniert eine 800-W-Mikrowellenfunktion mit einem 1000-W-Grillelement und richtet sich an Nutzer, die gelegentlich überbacken oder nachbräunen möchten, ohne ein komplexes Kombigerät einzusetzen. Der 20-Liter-Garraum ist kompakt gehalten, was den Abstand zwischen Speise und Grillelement reduziert und die Grillwirkung punktuell unterstützt.

Die Steuerung erfolgt über ein digitales Bedienfeld mit Automatikprogrammen, die typische Kombinationen aus Erwärmen und Grillen abbilden. Technisch bleibt das Gerät dabei klar innerhalb der klassischen Grill-Mikrowellen-Logik: Die Mikrowelle sorgt für das Durchwärmen, der Grill übernimmt das Finish von oben. Eine echte Umluft oder gleichmäßige Rundumhitze ist nicht vorhanden.

Der Innenraum ist funktional beschichtet und für den Alltag ausgelegt, erfordert im Grillbetrieb jedoch regelmäßige Reinigung, da Fett und Käse sich vor allem im oberen Bereich absetzen. Beim Kochgeschirr ist darauf zu achten, dass es nicht nur mikrowellen-, sondern auch grillgeeignet ist. Hitzefestes Glas oder Keramik sind hier die praktikabelsten Optionen.

In der Einordnung steht dieses Modell für den Einstieg in die Grill-Mikrowellen-Kategorie: überschaubare Technik, klar definierte Möglichkeiten und ebenso klar erkennbare Grenzen.


die MGC20130BB Mikrowellen mit Grill von Beko in Schwarz

Beko MGC20130BB

Die Beko MGC20130BB ist eine kompakte Grill-Mikrowelle mit 800 Watt Mikrowellenleistung und einem 1000-Watt-Grillelement. Der 20-Liter-Garraum ordnet das Gerät klar im Einstiegsbereich ein, bietet aber ausreichend Platz für Standardgeschirr und typische Grill-Mikrowellen-Anwendungen wie Überbackenes oder das Nachbräunen vorbereiteter Speisen.

Die digitale Bedienung mit Timer und Leistungsstufen ermöglicht eine präzisere Zeitsteuerung als bei analogen Geräten. Technisch bleibt das Funktionsprinzip jedoch klassisch: Die Mikrowelle übernimmt das schnelle Durchwärmen, der Grill sorgt für punktuelle Oberhitze. Die Bräunung hängt stark von der Positionierung im Garraum und vom Abstand zum Grillelement ab – ein Grillrost ist hier praktisch, um Speisen näher an die Hitzequelle zu bringen.

Der Innenraum ist schlicht ausgeführt und auf Alltagstauglichkeit ausgelegt. Beim Grillbetrieb entstehen zwangsläufig Fett- und Spritzrückstände, die sich vor allem im oberen Bereich absetzen. Eine zeitnahe Reinigung ist daher sinnvoll, um Gerüche und Einbrennen zu vermeiden. Beim Kochgeschirr gilt auch hier: mikrowellengeeignet reicht nicht aus, hitzefeste Glas- oder Keramikformen sind die sichere Wahl.

In der technischen Einordnung steht die Beko MGC20130BB für den nächsten Schritt nach dem reinen Einstieg: digital gesteuert, klar strukturiert und mit einer Grillfunktion, die gezielt eingesetzt werden kann – ohne Anspruch auf Backofen-ähnliche Ergebnisse.


die Samsung MG23K3614AW/EG in Scharz/Silber

Samsung MG23K3614AW/EG

Die Samsung MG23K3614AW/EG ist eine Grill-Mikrowelle mit 800 Watt Mikrowellenleistung und einem integrierten Grillelement für Oberhitze. Mit einem 23-Liter-Garraum bietet sie etwas mehr Platz als kompakte Einstiegsmodelle, was die Positionierung von Geschirr und Grillrost erleichtert und die Nutzung flexibler macht.

Ein zentrales Merkmal ist der Keramik-Emaille-Innenraum. Diese Oberfläche ist kratzfester, glatter und pflegeleichter als einfache Beschichtungen und zeigt ihre Stärke besonders im Grillbetrieb. Fett- und Käsespritzer lassen sich leichter entfernen, Gerüche setzen sich weniger fest, was bei regelmäßiger Nutzung spürbar ist.

Die Bedienung erfolgt digital über Tastenfeld und Display. Programme wie Auftau- oder Kombifunktionen arbeiten mit festen Zeit- und Leistungsprofilen und eignen sich vor allem für Standardanwendungen. Für gleichmäßige Bräunung bleibt dennoch die manuelle Kontrolle entscheidend, etwa durch Anpassung der Grillzeit oder Position im Garraum.

In der Einordnung steht dieses Modell für eine solide Mittelklasse-Grill-Mikrowelle, die weniger über Leistungssprünge als über Materialqualität und Alltagstauglichkeit punktet.


die Mikrowelle mit Grill CMGA25 von Candy in Schwarz

Candy CMGA25TNDB

Die Candy CMGA25TNDB bewegt sich mit ihrem 25-Liter-Garraum im oberen Bereich dieser Gerätekategorie. Die Kombination aus 900 Watt Mikrowellenleistung und 1000 Watt Grill bietet mehr Spielraum bei größeren Portionen und breiteren Auflaufformen, ohne den technischen Rahmen einer Grill-Mikrowelle zu verlassen.

Der größere Garraum verändert die Wirkung des Grills spürbar. Die Hitze verteilt sich weniger konzentriert, was gleichmäßigere Ergebnisse ermöglicht, aber etwas längere Grillzeiten erfordern kann. Ein Grillrost ist hier besonders sinnvoll, um Speisen näher an das Grillelement zu bringen und die Bräunung gezielt zu steuern.

Die digitale Steuerung erlaubt eine klare Auswahl von Leistungsstufen und Kombimodi. Wie bei allen Geräten dieser Klasse arbeiten die Programme mit Durchschnittswerten, die sich für typische Gerichte eignen, aber keine individuelle Anpassung ersetzen. Der Innenraum ist funktional beschichtet und erfordert beim Grillen regelmäßige Reinigung, insbesondere im oberen Bereich.

Technisch steht die Candy CMGA25TNDB für mehr Platz und Flexibilität, ohne zusätzliche Heizsysteme einzuführen. Sie richtet sich an Nutzer, die Grillfunktionen regelmäßiger einsetzen, aber auf Heißluft verzichten können.


Mikrowelle mit Grill von Toshiba, die Toshiba MW2-AG23P in Schwarz

Toshiba MW2-AG23P (BK)

Die Toshiba MW2-AG23P (BK) kombiniert 900 Watt Mikrowellenleistung mit einem 1050-Watt-Grillelement und einem 23-Liter-Garraum. Damit liegt sie leistungsmäßig über vielen Basismodellen und bietet spürbar mehr Reserven beim Grillbetrieb.

Ein besonderes Detail ist der Drehteller mit Positionsspeicher, der nach dem Öffnen der Tür wieder in seine Ausgangsposition zurückkehrt. Das erleichtert die Handhabung im Alltag, vor allem beim Nachwürzen oder Prüfen von Speisen während des Grillens. Die digitale Bedienung umfasst mehrere Automatikprogramme sowie einen ECO-Modus für den Standby-Betrieb.

Der Innenraum ist auf regelmäßige Nutzung ausgelegt und lässt sich nach dem Grillbetrieb reinigen, erfordert aber – wie bei allen Grill-Mikrowellen – Aufmerksamkeit bei Fett- und Spritzrückständen. Beim Kochgeschirr sind hitzefeste Materialien Pflicht, da die höhere Grillleistung Kunststoff schnell an ihre Grenzen bringt.

In der technischen Einordnung steht dieses Modell für eine leistungsstarke Mittelklasse, bei der Grillfunktion und Bedienkomfort stärker in den Vordergrund rücken.


die LG MH6535 Mikrowellein der Farbe: Noble Steel

LG MH6535NBS

Die LG MH6535NBS bildet das technisch umfangreichste Gerät in dieser Auswahl. Sie kombiniert einen 25-Liter-Garraum mit 1000 Watt Mikrowellenleistung und Grillfunktion und setzt zusätzlich auf die Smart-Inverter-Technologie von LG.

Im Unterschied zu klassischen Geräten arbeitet die Leistungssteuerung feiner abgestuft, was zu gleichmäßigerem Erwärmen und besser kontrollierbaren Kombiprogrammen führen kann. Gerade beim Zusammenspiel von Mikrowelle und Grill zeigt sich der Vorteil einer präziseren Regelung, etwa beim gleichzeitigen Durchwärmen und Bräunen.

Der größere Garraum bietet mehr Platz für Auflaufformen und Grillrost, was die Handhabung entspannter macht. Der Innenraum ist pflegeleicht ausgeführt, dennoch gilt auch hier: Grillbetrieb bedeutet mehr Reinigungsaufwand, insbesondere im oberen Garraumbereich.

In der Einordnung steht die LG MH6535NBS als oberes Ende der Grill-Mikrowellen-Klasse. Sie nutzt die technischen Möglichkeiten dieser Kategorie weitgehend aus, bleibt aber klar innerhalb ihrer Grenzen – kein Ersatz für Heißluft oder Backofen, sondern eine leistungsfähige Kombination aus Erwärmen und Oberhitze.


Für wen sich Mikrowellen mit Grill nicht lohnen

Mikrowellen mit Grill sind kein universeller Küchenersatz. Trotz zusätzlicher Oberhitze bleiben sie klar begrenzt – und genau diese Grenzen führen häufig zu Fehlkäufen, wenn Erwartungen und Technik nicht zusammenpassen.

Nicht sinnvoll sind Grill-Mikrowellen für Nutzer, die regelmäßig backen oder knusprige Ergebnisse erwarten. Pizza, Brot, Brötchen oder feines Gebäck lassen sich mit punktueller Oberhitze nicht gleichmäßig und nicht reproduzierbar zubereiten. Hier fehlt die zirkulierende Heißluft, die für stabile Backergebnisse notwendig ist.

Ebenfalls ungeeignet sind diese Geräte für Haushalte, die eine Mikrowelle als vollwertigen Backofen-Ersatz betrachten. Auch im Kombibetrieb bleibt die Hitze oberflächenbezogen und wirkt nicht rundum. Wer häufiger größere Aufläufe, mehrere Portionen oder empfindliche Speisen zubereitet, stößt schnell an Kapazitäts- und Gleichmäßigkeitsgrenzen.

Ein weiterer kritischer Punkt ist der Reinigungsaufwand. Der Grillbetrieb erzeugt Fett- und Käsespritzer, die sich vor allem im oberen Garraumbereich absetzen. Wer möglichst wenig Pflegeaufwand möchte oder die Grillfunktion kaum nutzt, trägt hier unnötige Zusatzarbeit mit.

Auch für Nutzer, die ausschließlich einfache Erwärmungsaufgaben erledigen möchten, sind Grill-Mikrowellen oft überdimensioniert. In diesen Fällen bringt die Grillfunktion keinen praktischen Mehrwert, erhöht aber Komplexität, Stromverbrauch und Gerätegröße.

Kurz gesagt:
Grill-Mikrowellen lohnen sich nicht, wenn

  • Backofen-ähnliche Ergebnisse erwartet werden
  • knusprige Rundum-Bräune im Vordergrund steht
  • möglichst geringer Reinigungsaufwand gewünscht ist
  • die Grillfunktion im Alltag kaum genutzt wird

Wer diese Punkte erkennt, spart sich unnötige Kompromisse – und greift gezielter zur passenden Gerätekategorie.


Fazit

Mikrowellen mit Grill sind eine klar definierte Gerätekategorie – nicht mehr und nicht weniger. Sie erweitern die klassische Mikrowelle um Oberhitze, bleiben aber technisch deutlich unterhalb von Heißluftsystemen oder Backöfen. Wer das versteht, kann ihren Nutzen realistisch einschätzen und sinnvoll einsetzen.

Der Mehrwert liegt vor allem im Finish von Speisen. Überbackene Gerichte, Aufläufe oder vorbereitete Mahlzeiten lassen sich schnell erhitzen und optisch aufwerten, ohne ein weiteres Gerät zu nutzen. Für reines Erwärmen bringen Grill-Mikrowellen hingegen keinen Vorteil gegenüber Solo-Geräten, sondern vor allem mehr Technik und mehr Pflegeaufwand.

Unterschiede zwischen den Geräten zeigen sich weniger in der Grundfunktion als in Garraumgröße, Grillleistung, Innenraummaterial und Bedienkonzept. Diese Faktoren entscheiden darüber, wie gleichmäßig Bräune entsteht, wie flexibel das Gerät im Alltag ist und wie aufwendig die Reinigung ausfällt.

Als Mittelstufe zwischen Solo- und Heißluftmikrowellen behalten Grill-Mikrowellen ihre Berechtigung – für Nutzer mit klaren, begrenzten Anforderungen. Sie sind kein Kompromiss aus Not, sondern ein gezieltes Werkzeug, wenn Erwartungen und Technik zusammenpassen.

Autor Jens K.

Autor: Jens K.

Gründer von BusinessVorsprung.de. Jens K. schreibt hier über Technik, Alltagshilfen und Geräte aus verschiedenen Anwendungsbereichen.
Mehr über mich →

Zuletzt aktualisiert: 05.02.2026


FAQ zu Mikrowellen mit Grill

1. Kann ich jede mikrowellengeeignete Schale auch im Grillbetrieb nutzen?

Nein. Mikrowellengeeignet heißt nur, dass das Material Mikrowellen verträgt. Beim Grillbetrieb wirken direkte Oberhitze und deutlich höhere Oberflächentemperaturen. Hitzefestes Glas oder Keramik sind geeignet, viele Kunststoffe nicht.

2. Muss ich beim Grillen immer den Rost verwenden?

Nicht zwingend, aber oft sinnvoll. Der Grillrost reduziert den Abstand zum Grillelement und verbessert die Bräunung. Ohne Rost bleibt die Hitzeeinwirkung häufig zu schwach oder ungleichmäßig.

3. Warum bräunt es manchmal ungleichmäßig?

Die Grillhitze wirkt punktuell von oben. Ungleichmäßige Bräune entsteht durch Abstand, Position im Garraum und Feuchtigkeit der Oberfläche. Wenden oder Umpositionieren kann helfen.

4. Ist Kombibetrieb energieeffizient?

Im Vergleich zum Backofen oft ja, weil Mikrowelle schneller durchwärmt. Gegenüber reiner Mikrowellennutzung steigt der Verbrauch jedoch durch den zusätzlichen Grillbetrieb.

5. Darf Metall im Grillbetrieb verwendet werden?

Teilweise. Reiner Grillbetrieb kann metallische Grillroste erlauben, Kombibetrieb mit Mikrowelle meist nicht. Maßgeblich sind Herstellerangaben – pauschale Freigaben gibt es nicht.

6. Warum riecht es nach dem Grillen stärker als bei Solo-Mikrowellen?

Grillbetrieb erzeugt Fett- und Eiweißablagerungen an Garraumdecke und Wänden. Diese Rückstände riechen beim nächsten Aufheizen. Zeitnahe Reinigung reduziert das deutlich.

7. Ersetzen Grill-Mikrowellen kleine Kontaktgrills?

Nein. Kontaktgrills arbeiten mit beidseitiger Kontaktwärme und konstantem Druck. Grill-Mikrowellen liefern nur Oberhitze – das Ergebnis ist technisch ein anderes.